Nachruf

Wir trauern um Kyoshi Victor van der Wijngaarden, 7. Dan Karate-Do, 2.Dan Kobudo
Mit 65 Jahren ist er plötzlich und unerwartet von uns gegangen.
Er hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist: Eine Ära ist zuende gegangen.

Im Wirken seiner Kompetenz darf man Victor van der Wijngaarden als eine in Fachkreisen anerkannte Persönlichkeit sehen, die im Austausch mit seinen Weggefährten und dem Kollegium in Deutschland, Europa und Japan in den traditionellen japanischen Budo- Kampfkunst- und Verteidigungssystemen Geschichte schrieb und immer mit Rat und Tat im Dienste der Sache zur Verfügung stand.

Stationen:
– Erfolgreiche Abschlüsse der Fachübungsleiter- und Ausbilder- sowie Prüfer- Lizenzen
– Erfolgreiches und langjähriges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft
– Erfolgreicher Abschluss der Trainerakademie Sporthochschule Köln
– Mehrfacher Shotokan-Cup Sieger, mehrfache Auszeichnungen und Ehrungen von Vereinen,
Fachverbänden, nationalen und internationalen Gremien.
– Die Stadt Fürth ehrte ihn mit der „Goldenen Nadel“ für sein Wirken und jahrzehntelanges Vereins- Engagement.

Seine Chronik liest sich wie ein beständiger Weg, im japanischen Do benannt, wie eine Leiter, die er Sprosse für Sprosse stetig und erfolgreich erklommen hat:

1959 Aufnahme von Vereinsangeboten von Judo und Jiu-Jitsu,
1964 Aufnahme von Karate in Nürnberg bei W. Popp.
Ab 1969 internationale Treffen bei japanischen Meistern H. Kanazawa und H. Ochi, u.a.
1972 erfolgreicher Abschluss 1.Dan Karate,
1974  2. Dan Karate,
1977  3. Dan Karate,
1989  4. Dan Karate,
1999  5. Dan Karate-Do,
2000 Aufnahme in das Dankollegium der IMAF Kokusai Budoin Tokyo,
2002  6. Dan Karate-Do (Renshi  – IMAF Tokyo)
2008 wurde ihm von der japanischen World IMAF Kokusai Budoin Tokyo, als berufenes Mitglied im internationalen Dankollegium und nach erfolgreichen Praxisvorträgen der 7. Dan Karate-Do und der Budo-Titel Kyoshi verliehen.

Victor van der Wijngaarden hat uns in seiner unermüdlichen Schaffenskraft in der Tradition der japanischen Budokünste ein ausgereiftes und perfekt strukturiertes, vielfältiges Lehrgangsprogramm hinterlassen, das international Beachtung findet. Als herausragendes Beispiel können wir auf 42 Jahre in Folge der jährlich im Salzburger Land organisierten Sommerlehrgänge zurückblicken.

Sein jüngstes Werk, der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Budoförderkreis e.V., spiegelt sein Disziplin-übergreifendes Engagement als Visionär und Initiator wieder.

In der Betreuung der regionalen Vereine wusste er stets das Trainingsangebot den Bedürfnissen und Notwendigkeiten entsprechend zu gestalten und hat in den Jahren eine Vielzahl seiner Schüler auf den Weg zu Meistergraden gebracht, die heute mit Stolz auf ihre Qualifizierung blicken dürfen.

Jederzeit, und das über einen jahrzehntelang dokumentierten Prozess, hat er sich als Förderer des Karate-Do, sowie als von höchster japanischer Budo-Organisation autorisierter und hochgraduierter Vermittler im Sinne des japanischen Budo und Bushido eingebracht.

So verabschieden wir uns nun von unserem großen Meister und verneigen uns ehrerbietig vor seinem Lebenswerk mit einer von ihm gelebten Weisheit:

„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weiterreichung des Feuers“